PIN – Personal Identification Number

 

Eine PIN (deutsch: persönliche Identifikationsnummer) ist eine numerische Geheimzahl, die zur Authentifizierung einer Person dient. Im Gegensatz zu einem Passwort, das oft aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen besteht und frei wählbar ist, besteht eine PIN in der Regel ausschließlich aus Ziffern (meist 4 bis 6, selten bis zu 8). Sie ist der Standard für die Sicherung von Bankkarten, Kreditkarten, SIM-Karten und mittlerweile auch für den Zugang zu Smartphones und anderen Geräten.

 

Hauptmerkmale

Merkmal
Beschreibung
Numerisch
Besteht fast immer nur aus Ziffern (0–9).
Kurz
Typische Länge: 4 Stellen (EC-Karte, iPhone-Standard), 5–6 Stellen (Kreditkarten, Android, SIM).
Geheim
Darf nur dem Inhaber bekannt sein und sollte nicht notiert oder weitergegeben werden.
Sperrfunktion
Nach einer bestimmten Anzahl falscher Eingaben (meist 3) wird die Karte oder das Gerät gesperrt, um Missbrauch zu verhindern.

Typische Anwendungsbereiche

  1. Bankwesen (Girocard & Kreditkarte):
    Die PIN ersetzt seit Jahren die Unterschrift auf der Rückseite der Karte. Sie wird am Geldautomaten zur Bargeldauszahlung oder im Geschäft am Kartenterminal (POS) eingegeben. Oft wird hier das Chip-TAN-Verfahren oder die direkte PIN-Eingabe am Terminal genutzt.
  2. Mobilfunk (SIM-Karte):
    Jede SIM-Karte wird mit einer standardmäßigen PIN (oft 0000 oder 1234) ausgeliefert, die der Nutzer sofort ändern sollte. Sie schützt die Karte vor unbefugter Nutzung im Telefon.
    • Wichtig: Wird die PIN dreimal falsch eingegeben, wird die SIM gesperrt und kann nur noch mit der PUK (Personal Unblocking Key) entsperrt werden.
     
  3. Smartphones & Tablets:
    Dient als Alternative oder Ergänzung zu biometrischen Verfahren (Fingerabdruck, Gesichtserkennung). Oft wird die PIN nach einem Neustart des Geräts zwingend abgefragt, bevor Biometrie wieder aktiv ist.
  4. Zugangskontrollen:
    Öffnen von Haustüren, Schließfächern oder Alarmanlagen mittels Zahlencode.
 

Sicherheit und Best Practices

Obwohl eine 4-stellige PIN mathematisch nur 10.000 Kombinationen bietet (0000–9999) und somit theoretisch leicht zu erraten ist, bietet sie im praktischen Einsatz hohen Schutz durch folgende Mechanismen:

  • Sperrung nach Fehlversuchen: Da Angreifer nur 3 Versuche haben, bevor das System sperrt, ist ein „Durchprobieren“ (Brute-Force) im Echtbetrieb unmöglich.
  • Physischer Besitz: Die PIN ist meist nur in Kombination mit einem physischen Objekt (Karte, Smartphone) nützlich.
 

Tipps für eine sichere PIN:

  • Keine offensichtlichen Muster: Vermeiden Sie 1234, 0000, 1111 oder 2580 (die mittlere Spalte auf dem Ziffernblock).
  • Keine persönlichen Daten: Nutzen Sie kein Geburtsjahr, Geburtsdatum oder die letzten Ziffern der Telefonnummer, da diese leicht zu erraten oder zu recherchieren sind.
  • Regelmäßiger Wechsel: Besonders bei Zugangscodes für Türen oder Alarmanlagen ist ein regelmäßiger Wechsel ratsam. Bei Bankkarten ist dies weniger kritisch, solange die Geheimhaltung gewahrt bleibt.
  • Verdeckung: Decken Sie das Tastenfeld beim Eintippen am Geldautomaten oder Terminal immer mit der Hand ab, um Ausspähungen („Shoulder Surfing“) oder versteckte Kameras zu vermeiden.
 

PIN vs. Passwort

Merkmal
PIN
Passwort
Zeichenvorrat
Nur Ziffern (10 Möglichkeiten pro Stelle).
Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen (ca. 90+ Möglichkeiten).
Länge
Kurz (4–6 Stellen).
Lang (oft 8–20+ Stellen).
Einsatzort
Lokal oder in geschlossenen Systemen (Karte + Terminal).
Oft im offenen Internet (Login auf Webseiten).
Schutzmechanismus
Begrenzte Versuchsanzahl (Sperrung).
Oft keine harte Sperrung, dafür komplexe Mathematik nötig.
Merksatz
Leicht zu merken.
Oft schwer zu merken (benötigt Manager).

Rechtliche Aspekte (Haftung)

Im Bankrecht (z. B. in Deutschland nach § 675v BGB) ist die PIN zentral für die Haftung bei Missbrauch:

  • Vor Sperrung: Wenn eine gestohlene Karte mit der richtigen PIN missbraucht wird, haftet der Kunde in der Regel bis zu einer Grenze von 50 €, es sei denn, er hat die PIN grob fahrlässig aufbewahrt (z. B. zusammen mit der Karte im selben Umschlag notiert). In diesem Fall kann die Haftung unbegrenzt sein.
  • Nach Sperrung: Sobald der Kunde den Verlust gemeldet und die Karte sperren ließ, haftet er für weitere Schäden nicht mehr.
 

Fazit

Die PIN ist ein einfaches, aber effektives Sicherheitsinstrument, das auf dem Prinzip „Wissen (PIN) + Besitz (Karte/Gerät)“ basiert. Trotz ihrer kurzen Länge bietet sie durch die Sperrmechanismen bei Fehlbedienung einen hohen Schutz vor Missbrauch. Die größte Schwachstelle bleibt der Mensch, der die PIN zu einfach wählt oder unsicher notiert.