Backup
Ein Backup (deutsch: Datensicherung oder Sicherungskopie) ist eine Kopie von Daten, die erstellt wird, um diese im Falle von Datenverlust wiederherstellen zu können. Datenverlust kann durch Hardware-Defekte (z. B. Festplatten-Crash), menschliches Versagen (versehentliches Löschen), Softwarefehler, Diebstahl oder Cyberangriffe (wie Ransomware) entstehen.
Das primäre Ziel eines Backups ist die Datenwiederherstellung (Recovery). Ein Backup ist nur dann erfolgreich, wenn die gesicherten Daten im Ernstfall vollständig, konsistent und innerhalb eines akzeptablen Zeitraums wiederhergestellt werden können. Es ist eine der wichtigsten Maßnahmen der IT-Sicherheit und Disaster-Recovery-Strategie.
Die 3-2-1-Regel
Als Goldstandard für eine sichere Backup-Strategie gilt die 3-2-1-Regel. Sie empfiehlt:
- 3 Kopien der Daten: Das Original plus mindestens zwei weitere Kopien.
- 2 verschiedene Medien: Die Kopien sollten auf zwei unterschiedlichen Speichermedien liegen (z. B. interne Festplatte und externe USB-Platte oder NAS), um das Risiko eines medien-spezifischen Ausfalls zu minimieren.
- 1 Kopie außer Haus: Mindestens eine Kopie sollte physisch getrennt vom Hauptstandort gelagert werden (z. B. in der Cloud oder bei Freunden/Verwandten), um Daten vor lokalen Katastrophen wie Feuer, Wasser oder Einbruch zu schützen.
Arten von Backups
Je nach Umfang der gesicherten Daten und der Häufigkeit unterscheidet man verschiedene Backup-Typen:
Vollbackup (Full Backup)
Es werden alle ausgewählten Daten komplett gesichert.
- Vorteil: Die Wiederherstellung ist am einfachsten und schnellsten, da nur ein einziges Datenset benötigt wird.
- Nachteil: Benötigt viel Speicherplatz und die Erstellung dauert am längsten.
Differenzielles Backup (Differential Backup)
Es werden nur die Daten gesichert, die sich seit dem letzten Vollbackup geändert haben.
- Vorteil: Schnellere Erstellung als ein Vollbackup. Zur Wiederherstellung werden nur das letzte Vollbackup und das letzte differenzielle Backup benötigt.
- Nachteil: Die Größe der Backups wächst mit der Zeit an, da immer alle Änderungen seit dem Vollbackup gesichert werden.
Inkrementelles Backup (Incremental Backup)
Es werden nur die Daten gesichert, die sich seit dem letzten Backup jeglicher Art (Voll-, Differenzial- oder Inkrementell) geändert haben.
- Vorteil: Sehr schnell und platzsparend, da nur minimale Datenmengen kopiert werden.
- Nachteil: Die Wiederherstellung ist komplexer und langsamer, da die gesamte Kette (Vollbackup + alle folgenden inkrementellen Backups) benötigt wird. Fehlt ein Glied in der Kette, ist die Wiederherstellung oft unmöglich.
Snapshot
Ein Snapshot ist eine Momentaufnahme des Dateisystems zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er sichert nicht unbedingt die Daten physisch auf ein anderes Medium, sondern friert den Zustand ein. Snapshots sind sehr schnell, schützen aber nicht vor einem kompletten Hardware-Ausfall des Speichermediums, es sei denn, sie werden repliziert.
Speichermedien und Ziele
Backups können auf verschiedenen Zielen gespeichert werden:
- Externe Festplatten/USB-Sticks: Günstig und einfach für Privatanwender, aber anfällig für physische Schäden und Diebstahl am selben Ort.
- NAS (Network Attached Storage): Netzwerkspeicher, die im lokalen Netzwerk liegen. Ideal für automatische Backups mehrerer Geräte, sollten aber idealerweise auch extern gesichert werden.
- Bandlaufwerke (Tapes): Werden oft in Unternehmen für langfristige Archivierung genutzt, da Bände sehr langlebig und kostengünstig bei großen Datenmengen sind.
- Cloud-Backup: Die Daten werden verschlüsselt über das Internet auf Server eines Dienstleisters (z. B. Backblaze, AWS, Google Cloud, OneDrive) übertragen. Dies erfüllt automatisch die „Außer-Haus“-Komponente der 3-2-1-Regel, hängt aber von der Internetgeschwindigkeit und dem Vertrauen in den Anbieter ab.
Wichtige Begriffe im Backup-Management
- RPO (Recovery Point Objective): Definiert, wie viel Datenverlust im Worst Case akzeptabel ist. Ein RPO von 24 Stunden bedeutet, dass im Ernstfall maximal Daten eines Tages verloren gehen dürfen (bestimmt die Häufigkeit der Backups).
- RTO (Recovery Time Objective): Definiert, wie schnell die Daten und Systeme nach einem Ausfall wieder verfügbar sein müssen.
- Verifizierung: Ein Backup ist wertlos, wenn es nicht funktioniert. Regelmäßige Tests der Wiederherstellung (Restore-Tests) sind essenziell, um die Integrität der Daten zu prüfen.
- Verschlüsselung: Da Backups sensible Daten enthalten, sollten sie stets verschlüsselt gespeichert werden, besonders wenn sie das Haus verlassen (Cloud, externe Platte).
Bedrohung durch Ransomware
In Zeiten von Ransomware (Verschlüsselungstrojanern) hat sich die Bedeutung von Backups gewandelt. Sie sind oft die einzige Rettung, wenn Daten verschlüsselt wurden und kein Lösegeld gezahlt werden soll (oder kann).
- Offline-Backups: Da moderne Ransomware auch Netzwerklaufwerke und verbundene externe Platten verschlüsseln kann, sind offline gelagerte Backups (die nicht dauerhaft mit dem System verbunden sind) oder immutable Backups (unveränderliche Speicher in der Cloud) kritisch wichtig.
Fazit
Ein Backup ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Die Frage ist nicht, ob eine Festplatte ausfällt oder Daten verloren gehen, sondern wann. Eine durchdachte Strategie nach der 3-2-1-Regel, kombiniert mit regelmäßigen Tests der Wiederherstellung, bietet den besten Schutz vor Datenverlust und erpresster Lösegeldzahlung. Für Unternehmen ist dies oft auch eine Compliance-Pflicht, für Privatanwender der einzige Weg, digitale Erinnerungen und wichtige Dokumente dauerhaft zu bewahren.