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MAC-Adresse

MAC‑Adresse

MAC‑Adresse (Media Access Control‑Adresse) ist die hardware‑seitige, eindeutig zugeordnete Netzwerk­adresse eines Netzwerk‑Interfaces (z. B. Ethernet‑ oder WLAN‑Adapter). Sie wird vom Hersteller in die Netzwerkkarte (oder das integrierte Netzwerk‑Modul) im Werk eingebrannt und dient im OSI‑Modell der Schicht 2 (Data Link Layer) zur lokalen Adressierung von Geräten innerhalb eines LAN‑ oder WLAN‑Segments.

 

Aufbau

  • Länge: 48 Bit (6 Byte) – bei neueren Standards auch 64 Bit (EUI‑64).
  • Darstellung: üblicherweise hexadezimal in drei Paaren, getrennt durch Doppelpunkte, Bindestriche oder Punkte, z. B. AA:BB:CC:DD:EE:FF.
  • Aufteilung
    • OUI (Organizationally Unique Identifier) – die ersten 24 Bit (3 Byte) identifizieren den Hersteller (von der IEEE zugewiesen).
    • NIC‑Teil – die letzten 24 Bit (3 Byte) werden vom Hersteller für das einzelne Gerät vergeben.
 

Funktionen

Funktion
Beschreibung
Lokale Adressierung
Geräte im gleichen Broadcast‑Domain (z. B. Ethernet‑Segment) werden über ihre MAC‑Adresse adressiert.
Switch‑Forwarding
Ethernet‑Switches lernen MAC‑Adressen, um Frames gezielt an den richtigen Port zu leiten (MAC‑Address‑Table).
ARP‑Auflösung
IPv4‑Geräte nutzen ARP, um die MAC‑Adresse einer bekannten IP‑Adresse zu ermitteln.
Sicherheits‑Mechanismen
MAC‑Filterung, Port‑Security (z. B. auf Switches) können Zugriff auf ein Netzwerk basierend auf MAC‑Adressen steuern.

Besonderheiten

  • Unveränderlichkeit – In der Regel festgelegt, kann jedoch durch Software (z. B. ifconfig, ip link set) temporär geändert werden (MAC‑Spoofing).
  • Multicast‑Adressen – Der erste Bit‑Wert 01 kennzeichnet Gruppen‑ oder Multicast‑Adressen (z. B. IPv6‑Neighbor‑Discovery).
  • Broadcast‑AdresseFF:FF:FF:FF:FF:FF richtet sich an alle Geräte im Segment.
  • Locally Administered Addresses (LAA) – Das zweite Bit des ersten Bytes ist 1, signalisiert, dass die Adresse nicht vom Hersteller, sondern lokal festgelegt wurde.
 

Typische Anwendungen

Anwendung
Nutzen
Netzwerk‑Diagnose
arp -a, ping, traceroute nutzen MAC‑Adressen zur Fehlersuche.
Zugangskontrolle
WLAN‑Access‑Points oder Switches erlauben nur bekannten MAC‑Adressen den Zugriff.
Asset‑Management
Inventarisierung von Geräten über ihre MAC‑Adressen (z. B. in Unternehmen).
Virtualisierung
Virtuelle Netzwerk‑Interfaces erhalten eigene MAC‑Adressen, häufig aus einem definierten Bereich.
IoT‑Geräte
Oft wird die MAC‑Adresse zur eindeutigen Identifikation und Registrierung verwendet.

Sicherheit & Risiken

Risiko
Beschreibung
Gegenmaßnahme
MAC‑Spoofing
Angreifer fälschen die MAC‑Adresse, um Zugriff zu erlangen oder Netzwerk‑Monitoring zu umgehen.
Netzwerk‑Switch‑Port‑Security, 802.1X‑Authentifizierung, Intrusion‑Detection‑Systeme.
Tracking
MAC‑Adressen können über WLAN‑Scans von Dritten aufgezeichnet werden, was Standort‑Tracking ermöglicht.
Zufällige MAC‑Adressen (Random MAC) aktivieren (iOS, Android), regelmäßiger Wechsel.
Statischer Filter
Auf alleinige MAC‑Filterung basierende Zugangsbeschränkungen sind leicht zu umgehen.
Kombination aus MAC‑Filter + WPA2/WPA3‑Enterprise, Zertifikaten oder 802.1X.

Beschaffung & Identifikation

  • Hersteller‑Lookup – Die ersten 3 Byte (OUI) können über die IEEE‑Datenbank (https://standards.ieee.org/products-services/regauth/oui/index.html) zu Hersteller‑Informationen aufgelöst werden.
  • Befehlsschnittstellen
    • Linux: ip link show, ifconfig -a
    • Windows: ipconfig /all
    • macOS: ifconfig
    • Router/Access‑Point: Web‑UI zeigt angeschlossene Clients mit MAC‑Adresse.
 

Unterschied zu IP‑Adresse

Ebene
Adresse
Zweck
Layer 2 (Data Link)
MAC‑Adresse
Lokale Geräteidentifikation innerhalb eines Broadcast‑Segments.
Layer 3 (Network)
IP‑Adresse
Globale / netzwerkweite Adressierung, Routing über mehrere Segmente hinweg.
Übersetzung
ARP (IPv4) / NDP (IPv6)
Bindet IP‑Adressen an MAC‑Adressen für die Zustellung von Frames.