Harddisk
Eine Harddisk (auch Festplatte oder HDD – Hard Disk Drive) ist ein magnetisches Speichergerät, das Daten auf rotierenden, mit einer magnetischen Beschichtung versehenen Platten (Platters) speichert. Sie besteht aus einem Motor, der die Platten mit hohen Drehzahlen (typischerweise 5400 – 15 000 U/min) dreht, und einem Lesekopf (Read/Write‑Head), der über einen Aktuatorarm an die Plattenoberfläche herangefahren wird, um Daten zu schreiben oder zu lesen.
Aufbau
- Platten (Platters): Aluminium‑ oder Glas‑Substrate, beschichtet mit einer dünnen magnetischen Schicht (z. B. Co‑Cr‑Fe‑Legierung).
- Spindelmotor: Dreht die Platten synchron.
- Aktuator‑Arm: Positioniert den Schreib‑/Lesekopf mit Hilfe eines Voice‑Coil‑Motors (VCM) präzise über die gewünschten Sektoren.
- Read/Write‑Köpfe: Bilden magnetische Felder zum Schreiben und detektieren magnetische Orientierung beim Lesen.
- Spindellager: Lagerung für die Drehrate, meist mit hydrodynamischer Schmierung.
- Gehäuse: Schutz vor Staub, Schmutz und mechanischen Einflüssen; häufig aus Metall oder robustem Kunststoff.
Speicherorganisation
- Sektor: Kleinste adressierbare Einheit (typisch 512 Bytes, neuere Formate nutzen 4 KB „Advanced Format“).
- Track: Kreisförmige Bahn auf einer Platte.
- Cylinder: Vertikaler Stapel von Tracks über alle Platten hinweg an derselben Stellungsposition des Aktuators.
- Dateisysteme: NTFS, FAT32, exFAT, HFS+, ext4 usw. organisieren Sektoren zu Dateien und Verzeichnissen.
Leistungskennzahlen
- Kapazität: 500 GB – 20 TB (Desktop/Enterprise), 250 GB – 5 TB (Laptop).
- Drehzahl: 5400 U/min (Energie‑sparend), 7200 U/min (Standard‑Desktop), 10 000 – 15 000 U/min (Enterprise‑/High‑Performance‑Server).
- Durchsatz: 80 – 210 MB/s (abhängig von Drehzahl, Cache‑Größe, Schnittstelle).
- Cache (Cache‑Memory): 32 MB – 256 MB (Puffer, um häufige Zugriffe zu beschleunigen).
- MTBF (Mean Time Between Failures): 1 – 2 Millionen Stunden (Enterprise‑Modelle).
Schnittstellen
- SATA III (6 Gb/s) – Standard für Desktop‑ und Notebook‑HDDs.
- SAS (Serial Attached SCSI, 12 Gb/s) – Enterprise‑Umgebungen, Dual‑Port‑Unterstützung.
- IDE/PATA (legacy) – Veraltet, meist nur in alten Systemen.
Vorteile
- Kosten‑pro‑Gigabyte – wesentlich günstiger als SSDs für große Datenmengen.
- Hohe Kapazität – langfristige Archivierung, Massenspeicherung.
Nachteile
- Mechanische Bauteile → höhere Anfälligkeit für Stöße, Vibrationen und Alterung.
- Zugriffszeiten (latency) im Millisekunden‑Bereich, langsamer als SSD‑Flash (µs).
- Energieverbrauch – höherer Strombedarf durch Motor und Aktuator.
Typische Einsatzbereiche
- Desktop‑PCs und Laptops (Massenspeicher für OS, Programme, Medien).
- Server‑ und NAS‑Lösungen (Datenbanken, Datei‑ und Backup‑Systeme).
- Video‑Überwachungs‑ und CCTV‑Speicher (kontinuierliche Aufzeichnung).
- Archival‑ und Backup‑Lösungen (Langzeit‑Datenspeicherung).
Zuverlässigkeit & Datenintegrität
- SMART‑Monitoring – Self‑Monitoring, Analysis and Reporting Technology, das Parameter wie Reallocated‑Sector‑Count, Spin‑Retry‑Count und Temperatur verfolgt.
- RAID‑Konfigurationen (RAID 0, 1, 5, 6, 10) zur Redundanz und Performance‑Steigerung.
- Backup‑Strategien – Regelmäßige Kopien auf separate Medien (externe HDD, Cloud, Tape) werden empfohlen, um Datenverlust durch mechanisches Versagen zu vermeiden.

