Creative Commons / CC

Creative Commons (oft abgekürzt als CC) ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die standardisierte Lizenzverträge bereitstellt, mit denen Urheber (Autoren, Musiker, Fotografen, Entwickler etc.) der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an ihren Werken einräumen können, ohne dabei das Urheberrecht vollständig aufzugeben.

 

Im Gegensatz zum traditionellen Urheberrecht, das nach dem Prinzip „Alle Rechte vorbehalten“ (All Rights Reserved) funktioniert und jede Nutzung ohne explizite Erlaubnis verbietet, folgen CC-Lizenzen dem Motto „Einige Rechte vorbehalten“ (Some Rights Reserved). Sie schaffen einen rechtssicheren Mittelweg zwischen dem strengen Urheberrechtsschutz und der gemeinfreien Nutzung (Public Domain), um den Austausch und die Weiterverwendung von kreativem Wissen und Kultur zu fördern.

 

Das Prinzip: Warum Creative Commons?

Vor der Einführung von Creative Commons im Jahr 2002 war es für Nutzer oft schwierig und rechtlich riskant, Inhalte aus dem Internet (Bilder, Texte, Musik) weiterzuverwenden. Man musste den Urheber kontaktieren und individuell um Erlaubnis bitten.

 

Creative Commons löst dieses Problem durch standardisierte Lizenzmodule. Der Urheber kombiniert diese Module zu einer Lizenz, die klar definiert, was andere mit dem Werk tun dürfen und was nicht. Diese Lizenzen sind weltweit rechtsgültig, maschinenlesbar (für Suchmaschinen) und für Laien verständlich.

 

Die vier Lizenzbedingungen (Bausteine)

Das CC-System basiert auf vier grundlegenden Bedingungen, die miteinander kombiniert werden können:

 
  1. BY (Namensnennung / Attribution):

    • Bedeutung: Das Werk darf genutzt werden, aber der Urheber muss genannt werden.
    • Pflicht: Dies ist die einzige Bedingung, die in allen aktuellen CC-Lizenzen enthalten sein muss.
  2. SA (Weitergabe unter gleichen Bedingungen / ShareAlike):

    • Bedeutung: Wenn das Werk bearbeitet oder remixt wird, muss das neue Werk unter derselben Lizenz veröffentlicht werden wie das Original.
    • Effekt: Sichert die „Freiheit“ des Werkes auch für alle zukünftigen Abkömmlinge (ähnlich wie bei Open-Source-Software Lizenzen wie der GPL).
  3. NC (Nicht kommerziell / NonCommercial):

    • Bedeutung: Das Werk darf nur für nicht-kommerzielle Zwecke genutzt werden. Eine Nutzung, die auf einen finanziellen Vorteil oder eine kommerzielle Vergütung abzielt, ist verboten.
  4. ND (Keine Bearbeitungen / NoDerivatives):

    • Bedeutung: Das Werk darf nur unverändert (1:1) genutzt werden. Bearbeitungen, Remixes oder Übersetzungen sind nicht erlaubt.
 

Die sechs Standard-Lizenzen

Durch die Kombination dieser Bausteine entstehen sechs gängige Lizenztypen, sortiert von der „freiesten“ zur „restriktivsten“:

 
  1. CC BY (Namensnennung):
    • Die freieste Lizenz. Man darf das Werk teilen und bearbeiten, sogar kommerziell, solange der Urheber genannt wird.
  2. CC BY-SA (Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen):
    • Erlaubt Bearbeitung und kommerzielle Nutzung, aber neue Werke müssen unter CC BY-SA stehen. (Wikipedia nutzt diese Lizenz für Texte).
  3. CC BY-NC (Namensnennung – Nicht kommerziell):
    • Erlaubt Bearbeitung, aber nur für nicht-kommerzielle Zwecke. Neue Werke können unter beliebigen Lizenzen stehen.
  4. CC BY-NC-SA (Namensnennung – Nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen):
    • Nur nicht-kommerzielle Nutzung und Bearbeitung erlaubt; neue Werke müssen unter derselben Lizenz stehen.
  5. CC BY-ND (Namensnennung – Keine Bearbeitungen):
    • Kommerzielle Nutzung erlaubt, aber das Werk muss unverändert bleiben und der Urheber genannt werden.
  6. CC BY-NC-ND (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen):
    • Die restriktivste Lizenz. Man darf das Werk nur herunterladen und unverändert teilen, unter Nennung des Urhebers und ohne kommerzielles Interesse. (Oft bei Musik oder Stock-Fotos verwendet).
 

Sonderfall: CC0 (Public Domain Dedication)

Dies ist streng genommen keine Lizenz, sondern ein Verzichtserklärung. Mit CC0 stellt der Urheber sein Werk so weit wie rechtlich möglich gemeinfrei (Public Domain). Es gibt keine Bedingungen, nicht einmal die Namensnennung ist rechtlich erforderlich (wird aber oft aus Höflichkeit gemacht).

 

Vorteile von Creative Commons

  • Rechtssicherheit: Nutzer wissen sofort, was erlaubt ist, ohne den Urheber kontaktieren zu müssen.
  • Verbreitung: Inhalte mit offenen Lizenzen verbreiten sich im Internet deutlich schneller, da die Hürden zur Nutzung niedrig sind.
  • Kollaboration: Ermöglicht Remix-Kultur, Open Educational Resources (OER) in Schulen/Unis und offene Wissenschaft.
  • Auffindbarkeit: Suchmaschinen (wie Google Bilder oder Flickr) können gezielt nach CC-lizenzierten Inhalten filtern.
 

Häufige Missverständnisse

  • „CC bedeutet kostenlos“: Nicht zwingend. Eine CC-Lizenz verbietet nicht, Geld für den Zugang zum Werk zu verlangen (z. B. ein kostenpflichtiges Buch unter CC BY-NC). Sie regelt nur die Nutzungsrechte nach dem Erwerb. Allerdings erlauben die meisten CC-Lizenzen die kostenlose Weitergabe.
  • „Ich muss den Urheber nicht nennen, wenn ich es im Internet finde“: Falsch. Fast alle CC-Lizenzen (außer CC0) verlangen zwingend die Namensnennung.
  • „Kommerziell heißt nur, wenn ich Geld damit verdiene“: Die Definition von „kommerziell“ ist komplex. Auch die Nutzung in einem Blog, der Werbung anzeigt, oder in einer Präsentation für ein gewinnorientiertes Unternehmen kann als kommerziell gelten.
 

Wo findet man CC-Inhalte?

Viele große Plattformen unterstützen CC-Lizenzen:

  • Bilder: Flickr, Wikimedia Commons, Unsplash (oft eigene Lizenz, aber ähnlich), Pixabay.
  • Musik: SoundCloud, Free Music Archive.
  • Wissen: Wikipedia (CC BY-SA), viele Open-Access-Publikationen von Universitäten.
  • Suchmaschinen: Google Bilder hat einen Filter „Nutzungslizenzen“, mit dem man gezielt nach CC-Material suchen kann.
 

Fazit

Creative Commons hat das Internet demokratisiert, indem es eine legale Infrastruktur für das Teilen von Wissen und Kultur geschaffen hat. Es ermöglicht Urhebern, ihre Werke großzügig zu teilen, ohne die Kontrolle vollständig abzugeben, und gibt Nutzern die Freiheit, kreativ auf bestehendem Material aufzubauen. Für jeden, der Inhalte im Internet erstellt oder nutzt, ist das Verständnis der CC-Symbole heute eine unverzichtbare Kompetenz, um Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden und die Vorteile der offenen Kultur zu nutzen.

Kontakt

Adresse
PHNETZ Internetagentur
Peter Höppner
Robert‑Bosch‑Straße 8
86551 Aichach

Telefon
📞 +49 (0)8251 8628574

E‑Mail
✉️ service@phnetz.de