Künstliche Intelligenz (KI)
Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet die Entwicklung von Computeralgorithmen und Systemen, die menschliche kognitive Fähigkeiten – wie Lernen, Schlussfolgern, Wahrnehmen und Entscheiden – nachbilden oder erweitern. KI umfasst ein breites Spektrum von Techniken, von regelbasierten Expertensystemen bis hin zu tiefen neuronalen Netzen, die große Datenmengen verarbeiten können.
Grundlagen & Teilgebiete
Wichtige Konzepte
- Training / Inferenz – Lernphase (Modelle werden an Daten angepasst) vs. Einsatzphase (Modell liefert Vorhersagen).
- Supervised Learning – Trainingsdaten enthalten Eingabe‑Ausgabe‑Paare (Label).
- Unsupervised Learning – Modell findet Strukturen ohne vorgegebene Labels (Clustering, Dimensionality Reduction).
- Transfer Learning – Vortrainiertes Modell wird für neue, verwandte Aufgaben finetuned.
- Bias‑Variance Trade‑off – Balance zwischen Unter‑ und Überanpassung.
- Explainability (XAI) – Erklärbarkeit von KI‑Entscheidungen für Vertrauen und Compliance.
Anwendungsfelder
Aktuelle Trends (2024‑2025)
- Foundation Models – Sehr große, generalistische Modelle (z. B. GPT‑4, LLaMA, PaLM) die durch feines Tuning für diverse Aufgaben angepasst werden.
- Multimodale KI – Kombination von Text, Bild, Audio und Video in einem einzigen Modell (z. B. CLIP, Gemini).
- Edge‑AI – KI‑Inference direkt auf Geräten (Smartphones, IoT) zur Reduktion von Latenz und Datenschutzrisiken.
- Responsible AI – Fokus auf Fairness, Transparenz, Datenschutz (EU AI Act, ISO/IEC 42001).
- Self‑Supervised Learning – Modelle lernen aus unlabelten Daten, verringern den Bedarf an annotierten Datensätzen.
Risiken & ethische Aspekte
- Bias und Diskriminierung – Trainingsdaten können Vorurteile reproduzieren.
- Datenschutz – Verarbeitung personenbezogener Daten erfordert Einhaltung von DSGVO/GDPR.
- Arbeitsmarkt‑Auswirkungen – Automatisierung kann Jobs verändern; Umschulung ist nötig.
- Sicherheitsaspekte – Adversarial Attacks, Model‑Stealing, Data‑Poisoning.
- Transparenz – Black‑Box‑Modelle erschweren Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen.
Schlüsselbegriffe (Glossar)
- Neuronales Netzwerk – Netzwerk von künstlichen Neuronen, das Informationen verarbeitet.
- Layer – Schicht von Neuronen; Eingabe‑, versteckte‑ und Ausgabeschicht.
- Activation Function – Nichtlineare Funktion (ReLU, Sigmoid) zur Modellierung komplexer Zusammenhänge.
- Loss Function – Maß für den Unterschied zwischen Vorhersage und Ziel (z. B. Cross‑Entropy, MSE).
- Optimizer – Algorithmus zur Anpassung von Gewichten (SGD, Adam, RMSprop).
- Epoch – Vollständiger Durchlauf durch den gesamten Trainingsdatensatz.
- Embedding – Dichte Vektorrepräsentation von diskreten Daten (Wörter, Items).
- Token – Grundeinheit in NLP (Wort, Sub‑Wort, Zeichen).
- Prompt Engineering – Gestaltung von Eingabeaufforderungen, um gewünschte Ausgaben von generativen Modellen zu erhalten.

