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DVD

DVD – Digital Versatile Disc

 

Was ist eine DVD?

Eine DVD (Digital Versatile Disc) ist ein optisches Speichermedium, das Daten (Video, Audio, Programme, Dateien) in hoher Dichte auf einer spiralförmigen Schicht aus Kunststoff speichert. Sie wurde 1995 als Weiterentwicklung der CD (Compact Disc) eingeführt und ermöglichte wesentlich höhere Speicherkapazitäten und bessere Bild‑/Tonqualität.

 

Technische Grundlagen

Merkmal
Details
Speicherkapazität
DVD‑5 (einseitig, ein‑Layer) ≈ 4,7 GB; DVD‑9 (zweiseitig, ein‑Layer) ≈ 9,4 GB; DVD‑18 (zweiseitig, zweischichtig) ≈ 17,1 GB.
Auflösung
Standard‑Definition (SD) – 720 × 480 Pixel (NTSC) bzw. 720 × 576 Pixel (PAL).
Audio‑Formate
PCM, Dolby Digital (AC‑3), DTS.
Video‑Codecs
MPEG‑2 (Standard), optional H.264 (HD‑DVD, Blu‑ray‑Kompatibilität).
Laser‑Wellenlänge
650 nm (rotes Laser) – geringere Fokusgröße als bei CDs (780 nm).
Datenträger‑Typen
DVD‑ROM (nur lesen), DVD‑R (einmal beschreibbar), DVD‑RW (mehrfach beschreibbar), DVD‑+R/+RW (alternative Schreibstandards).
Kompatibilität
Abwärtskompatibel zu CD‑Laufwerken (wenn CD‑compatible gekennzeichnet).
Physikalisches Format
Durchmesser 120 mm, Dicke 1,2 mm, 0,6 mm zentrale Aussparung.

Funktionsweise

  1. Datenkodierung – Digitale Bits werden in Pits (Vertiefungen) und Lands (flache Bereiche) auf die Spiralspur „geprägt“.
  2. Laser‑Abtastung – Das Laufwerk nutzt einen Laser, der das reflektierte Licht misst – unterschiedliche Reflexionen entsprechen „0“ bzw. „1“.
  3. Error‑Correction – Reed‑Solomon‑Codes korrigieren Lesefehler, die durch Kratzer, Staub oder Schmutz entstehen.
  4. Dekodierung – Der DVD‑Player oder das Laufwerk (PC‑Grafikkarte/Software‑Decoder) dekodiert den MPEG‑2‑Stream zu Bild‑ und Tonsignalen.
 

Historische Entwicklung

  • 1995 – Einführung der DVD‑ROM (Film­distribution).
  • 1996‑1997 – DVD‑R und DVD‑RW für Daten‑Backup und Video‑Aufzeichnung (Video‑CD‑Nachfolger).
  • 2002‑2003 – DVD‑+R/+RW als alternative Schreibstandards (verbesserte Schreib‑/Lesegeschwindigkeit).
  • 2006 – Blu‑ray (BD) mit höherer Auflösung (HD) übertrifft DVD, jedoch bleibt DVD weit verbreitet wegen Preis‑ und Kompatibilitätsvorteilen.
 

Anwendungsszenarien

Bereich
Nutzung
Film‑ und TV‑Vertrieb
Verkauf von Filmen, Serien, Sondereditionen.
Datensicherung
Archivierung von großen Datenmengen (Backup‑DVDs).
Software‑Vertrieb
Installation von Betriebssystemen, Spielen (z. B. Windows‑Installation‑DVD).
Video‑Aufnahme
DVD‑Recorder (Camcorder, DVD‑Recorder‑Ständer) für Heimvideos.
Multimedia‑Player
DVD‑Player‑Geräte, Blu‑ray‑Player mit DVD‑Kompatibilität.

Vor‑ und Nachteile

Vorteile
Nachteile
Hohe Kompatibilität – Fast jedes DVD‑Laufwerk kann lesen, abwärtskompatibel zu CDs.
Begrenzte Kapazität – Nur bis zu 17 GB, nicht genug für HD‑Inhalte.
Kosten‑effizient – Günstige Herstellung und günstige Medien.
Physische Abnutzung – Kratzer, Verschmutzung beeinträchtigen Lesbarkeit.
Einfaches Kopieren – Schreibbare Formate (DVD‑R, DVD‑RW).
Keine native HD‑Unterstützung – Nur Standard‑Definition.
Lange Lebensdauer – Bei richtiger Lagerung (kühl, trocken).
Umweltbelastung – Kunststoff‑ und Metall‑Komponenten, Recycling nötig.

Technische Spezifikationen (Kurz)

  • Rotationsgeschwindigkeit: 1× = 1 550 U/min (innerer Ring), 1× = 8 450 U/min (äußerer Ring).
  • Datenrate: Bis zu 11,08 Mbit/s (für DVD‑Video).
  • Laufwerks‑Standards: IDE/SATA‑DVD‑Laufwerke, externe USB‑DVD‑Laufwerke, interne PC‑DVD‑Burner.
 

Sicherheit & DRM

  • CSS (Content Scramble System) – Verschlüsselungs‑ und Kopierschutz‑System, das in kommerziellen DVDs eingesetzt wird.
  • Region‑Codes – Teilen die Welt in geografische Regionen (1‑8), um Veröffentlichungsrechte zu steuern.
  • Analog Hole – Umgehungs­methoden (z. B. Aufzeichnen des analogen Ausgangs), weshalb DRM‑Technologien kritisch diskutiert werden.
 

Zukunft von DVD

  • Rückgang – Durch Streaming‑Dienste (Netflix, Amazon Prime) und digitale Downloads.
  • Nischen‑Nutzung – Archivierung, Legacy‑Hardware, Regionen ohne Breitband‑Infrastruktur.
  • Alternative Formate – DVD‑Ri‑MP2, BD‑RE für Backup, und immer mehr USB‑Stick‑ bzw. Cloud‑Lösungen.