Clipart

Clipart (zusammengesetzt aus den englischen Wörtern clip für „Ausschnitt“ und art für „Kunst“) bezeichnet eine Sammlung von vorgefertigten, meist einfachen Grafiken, Illustrationen oder Symbolen, die in digitalen Dokumenten verwendet werden können. Diese Grafiken sind lizenzfrei oder gegen eine geringe Gebühr erhältlich und dienen dazu, Texte visuell aufzulockern, Konzepte zu veranschaulichen oder Layouts gestalterisch zu ergänzen, ohne dass eigene Illustrationen erstellt werden müssen.

 

Ursprünglich stammte der Begriff aus der Zeit vor dem Computer, als Illustrationen physisch aus gedruckten Vorlagen ausgeschnitten („clipped“) und in Layouts eingeklebt wurden. Mit dem Aufkommen des Personal Computers und der Desktop-Publishing-Software (wie Microsoft Word, PowerPoint oder早期的 PageMaker) wurde Clipart zu einem festen Bestandteil der digitalen Büroausstattung.

 

Merkmale von Clipart

Klassisches Clipart zeichnet sich durch bestimmte stilistische und technische Eigenschaften aus:

 
  • Stil: Oft simpel, schematisch, karikaturhaft oder symbolhaft. Die Darstellungen sind meist allgemein gehalten, um in verschiedenen Kontexten nutzbar zu sein (z. B. ein generischer „Briefumschlag“ für Kommunikation oder ein „Zahnrad“ für Einstellungen).
  • Vektorbasiert: Hochwertiges Clipart liegt meist im Vektorformat (z. B. WMF, EMF, EPS, SVG) vor. Der große Vorteil von Vektoren ist, dass sie aus mathematischen Pfaden bestehen und sich ohne Qualitätsverlust beliebig vergrößern oder verkleinern lassen. Im Gegensatz dazu stehen Pixelgrafiken (Bitmaps), die beim Vergrößern verpixeln.
  • Freigestellt: Clipart-Grafiken haben in der Regel keinen Hintergrund (transparent), sodass sie sich nahtlos in jedes Dokument einfügen lassen, ohne einen störenden weißen Kasten zu hinterlassen.
  • Themenvielfalt: Die Sammlungen decken nahezu alle Lebensbereiche ab: Business, Schule, Feiertage, Technik, Menschen, Tiere, Pflanzen, Pfeile und Symbole.
 

Geschichte und Entwicklung

Die Geschichte des Cliparts ist eng mit der Entwicklung der PC-Hardware und Software verknüpft:

 
  1. Die frühe Phase (1980er): Mit den ersten Laserdruckern und Programmen wie Ventura Publisher oder PageMaker kamen die ersten digitalen Clipart-Sammlungen auf Disketten auf den Markt. Die Grafiken waren noch sehr grob (schwarz-weiß, geringe Auflösung).
  2. Der Goldene Zeitalter (1990er – frühe 2000er): Dies war die Blütezeit des Cliparts, stark geprägt durch Microsoft. Mit jeder Version von Microsoft Office wurde die „ClipArt-Galerie“ mitgeliefert. Millionen von Nutzern nutzten die bunten, oft etwas kitschigen Illustrationen, um Schulreferate, Geschäftsbriefe und Präsentationen aufzuwerten. Bekannte Stile dieser Ära waren die oft kritisierten, aber allgegenwärtigen „Office-Mitarbeiter“ (z. B. der lächelnde Geschäftsmann mit Daumen hoch).
  3. Der Wandel (ab ca. 2010): Mit dem Aufstieg des professionellen Webdesigns, Stock-Foto-Plattformen (wie Shutterstock, Getty Images) und dem Wunsch nach individuellerer, modernerer Ästhetik verlor das klassische Clipart an Ansehen. Es galt zunehmend als veraltet, unprofessionell und „billig“. Microsoft stellte den klassischen ClipArt-Dienst in Office 2013 ein und ersetzte ihn durch eine Integration von Bing-Bildersuche und später durch moderne Icons und Stock-Fotos.
 

Clipart heute: Von Vektoren zu Icons und KI

Obwohl der Begriff „Clipart“ heute oft einen negativen Beigeschmack hat, lebt das Prinzip der wiederverwendbaren Grafik in modernen Formen weiter:

 
  • Icons und Icon-Sets: Das moderne Äquivalent zum Clipart sind Icons. Sie sind jedoch deutlich reduzierter, stilistisch konsistenter (Flat Design, Material Design) und speziell für Benutzeroberflächen (UI) und Webdesign optimiert. Plattformen wie Flaticon oder FontAwesome sind die heutigen Clipart-Bibliotheken.
  • SVG-Grafiken: Das Format SVG (Scalable Vector Graphics) ist zum Standard für Web-Grafiken geworden. Viele Designer bieten moderne Vektor-Illustrationen an, die dem alten Clipart-Prinzip folgen, aber ästhetisch auf dem Niveau professioneller Illustrationen sind.
  • KI-generierte Bilder: Mit Tools wie Midjourney, DALL-E 3 oder Adobe Firefly kann heute jeder Nutzer in Sekunden individuelle Illustrationen generieren lassen. Dies macht die Suche nach passendem Standard-Clipart oft überflüssig, da man sich seine Grafik exakt nach Wunsch „schneidern“ lassen kann.
 

Rechtliche Aspekte (Lizenzen)

Bei der Nutzung von Clipart ist auf die Lizenzbedingungen zu achten:

  • Public Domain / CC0: Viele alte Clipart-Sammlungen sind gemeinfrei und dürfen ohne Einschränkung (auch kommerziell) genutzt werden.
  • Royalty-Free: Man zahlt einmalig (oder ist im Software-Abo enthalten) und darf die Grafik beliebig oft nutzen, ohne weitere Gebühren pro Nutzung.
  • Eingeschränkte Nutzung: Manche Grafiken dürfen nur privat, nicht aber kommerziell genutzt werden oder dürfen nicht verändert werden.
  • Markenrecht: Vorsicht ist geboten, wenn Clipart geschützte Logos oder charakteristische Figuren enthält.
 

Fazit

Clipart war ein essenzielles Werkzeug der digitalen Demokratisierung von Design. Es ermöglichte Laien, Dokumente visuell ansprechend zu gestalten, ohne zeichnerisches Talent. Auch wenn der klassische, etwas steife Clipart-Stil der 90er Jahre aus der modernen Profi-Gestaltung verschwunden ist, lebt sein Erbe in den allgegenwärtigen Icons, SVG-Grafiken und der neuen Generation von KI-generierten Illustrationen fort. Das Grundbedürfnis bleibt gleich: Schnell verfügbare, visuelle Elemente, um Informationen besser zu vermitteln.

Kontakt

Adresse
PHNETZ Internetagentur
Peter Höppner
Robert‑Bosch‑Straße 8
86551 Aichach

Telefon
📞 +49 (0)8251 8628574

E‑Mail
✉️ service@phnetz.de