CD-ROM
Die CD-ROM (Abkürzung für Compact Disc Read-Only Memory) ist ein optisches Speichermedium, das in den 1980er Jahren entwickelt wurde und in den 1990er und frühen 2000er Jahren zum Standard für die Verteilung von Software, Spielen, Multimedia-Inhalten und Enzyklopädien wurde.
Im Gegensatz zur herkömmlichen Audio-CD, die nur Musik speichert, kann eine CD-ROM beliebige digitale Daten (Text, Bilder, Programme, Video) enthalten. Der entscheidende Unterschied liegt im Namen: Sie ist ein Nur-Lese-Speicher. Das bedeutet, der normale Nutzer kann die Daten lesen, aber nicht beschreiben, löschen oder verändern. Die Daten werden bei der Pressung im Werk fest auf die Disc eingebrannt.
Technische Grundlagen
Die CD-ROM basiert auf der gleichen physikalischen Technologie wie die Audio-CD, nutzt aber ein anderes Dateisystem, um Computerdaten zu speichern.
- Speicherkapazität: Eine Standard-CD-ROM hat einen Durchmesser von 12 cm und fasst ca. 650 bis 700 Megabyte (MB) Daten. Das entspricht etwa 74 bis 80 Minuten Audio oder hunderten von Textbüchern. Für die damalige Zeit war dies eine enorme Menge, die die Verteilung komplexer Software erst möglich machte.
- Funktionsweise: Die Daten sind als mikroskopisch kleine Vertiefungen („Pits“) und flache Bereiche („Lands“) in einer spiralförmigen Spur auf einer Polycarbonat-Scheibe gepresst. Ein Laserstrahl im Laufwerk tastet diese Spur ab. Die Reflexion des Lasers wird von einem Sensor in elektrische Signale (Nullen und Einsen) umgewandelt.
- Dateisystem: Damit Computer die Daten lesen können, wird meist der Standard ISO 9660 verwendet. Dieser stellt sicher, dass die Disc sowohl unter Windows, macOS als auch Linux lesbar ist. Spätere Erweiterungen wie „Joliet“ erlaubten auch längere Dateinamen und spezielle Zeichen.
Historische Bedeutung und „Multimedia-Boom“
Die CD-ROM war der Katalysator für die Multimedia-Revolution der 1990er Jahre.
- Software-Verteilung: Bevor das Internet schnelle Downloads erlaubte, war die CD-ROM der einzige Weg, große Programme (wie Microsoft Office, Adobe Photoshop oder Betriebssysteme wie Windows 95/98) zu vertreiben.
- Spiele: Der PC-Spielemarkt explodierte durch die CD-ROM. Spiele konnten nun volle Sprachausgabe, orchestrierte Musik und videosequenzen enthalten (z. B. Myst, The 7th Guest, Command & Conquer). Die Ära der kleinen Disketten war vorbei.
- Wissensspeicher: Enzyklopädien wie die Encarta oder Britannica auf CD-ROM ersetzten schwere Buchbände. Sie boten nicht nur Text, sondern auch interaktive Karten, Videos und Audio-Clips.
- Interaktive Kataloge und Lernprogramme: Unternehmen und Schulen nutzten das Medium für Präsentationen und interaktives Lernen.
Geschwindigkeitsangaben
Die Lesegeschwindigkeit von CD-ROM-Laufwerken wurde in Vielfachen der ursprünglichen Audio-CD-Geschwindigkeit angegeben:
- 1x: Ca. 150 KB/s (entspricht der Abspielgeschwindigkeit einer Audio-CD).
- 2x, 4x, 8x usw.: Die doppelte, vierfache, achtfache Geschwindigkeit.
- Späte Laufwerke erreichten Geschwindigkeiten von 52x (ca. 7,8 MB/s). Höhere Geschwindigkeiten waren mechanisch kaum beherrschbar, da die Discen bei zu hoher Rotation zu zerbersten drohten.
CD-ROM vs. Beschreibbare CDs (CD-R / CD-RW)
Es ist wichtig, die CD-ROM von ihren späteren Verwandten zu unterscheiden:
- CD-ROM: Fabrikmäßig gepresst, nicht beschreibbar.
- CD-R (Recordable): Einmal beschreibbar durch den Nutzer (mit einem CD-Brenner). Die Daten werden durch einen stärkeren Laser in eine organische Farbschicht „gebrannt“.
- CD-RW (ReWritable): Mehrfach beschreibbar und löschbar.
Obwohl CD-Brenner später zum Standard wurden, blieb der Begriff „CD-ROM“ lange Zeit die allgemeine Bezeichnung für das Laufwerk selbst, auch wenn es brennen konnte.
Niedergang und Ablösung
Ab den späten 2000er Jahren verlor die CD-ROM rapide an Bedeutung:
- Das Internet: Mit dem Breitbandausbau konnten Software, Musik und Filme direkt heruntergeladen oder gestreamt werden. Physische Datenträger wurden unnötig.
- Kapazitätsgrenze: 700 MB reichten bald nicht mehr für moderne Spiele oder High-Definition-Videos.
- Nachfolger: Die DVD (4,7 GB bis 17 GB) und später die Blu-ray Disc (25 GB bis 100 GB) boten deutlich mehr Platz.
- USB-Sticks: Für den Datentransfer sind USB-Sticks kleiner, schneller, wiederbeschreibbar und robuster.
Heute verfügen viele moderne Laptops und PCs gar nicht mehr über ein optisches Laufwerk. Die CD-ROM ist zu einem nostalgischen Objekt geworden, das jedoch die digitale Kultur des späten 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat.
Fazit
Die CD-ROM war das Transportband des digitalen Zeitalters vor dem High-Speed-Internet. Sie machte Software für die Masse zugänglich, ermöglichte den Boom der Multimedia-PCs und veränderte die Art, wie wir Spiele spielen und Wissen konsumieren. Obwohl sie technologisch veraltet ist, bleibt sie ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Datenspeicherung.