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mTAN

mTANmobile Transaction Authentication Number

 

Der mTAN ist ein Einmal‑Passwort, das per SMS an das Mobiltelefon des Kontoinhabers gesendet wird, um eine Online‑Banktransaktion zu autorisieren. Er dient als zweiter Authentifizierungsfaktor (2‑FA) und ergänzt das reguläre Login‑Passwort, um das Risiko von Phishing, Credential‑Theft und unbefugten Zahlungen zu verringern.

 

Funktionsablauf (klassisch)

  1. Kunde loggt sich in das Online‑Banking‑Portal ein (Passwort + ggf. TAN‑Liste).
  2. Transaktion initiieren – z. B. Überweisung, Rechnung bezahlen.
  3. Bank generiert einen zufälligen TAN‑Code (meist 6 – 8 Ziffern) und verschickt ihn per SMS an die beim Konto hinterlegte Mobilnummer.
  4. Kunde gibt den empfangenen mTAN im Web‑Formular ein.
  5. Bank prüft den Code; bei Übereinstimmung wird die Transaktion ausgeführt.
 

Merkmale

Merkmal
Beschreibung
Einmal‑Code
Gültig nur für eine einzelne Transaktion, meist 5–10 Minuten.
Zwei‑Faktor‑Authentifizierung
Etwas, das der Nutzer kennt (Passwort) + etwas, das er besitzt (SIM‑Karte).
SMS‑Zustellung
Einfach zu implementieren, erfordert keine zusätzliche Hardware (z. B. TAN‑Generator).
Kosten
In der Regel kostenlos für den Kunden, die Banksysteme zahlen für den SMS‑Versand.
Sicherheitsstufe
Höher als reines Passwort, aber anfällig gegenüber SIM‑Swap‑Angriffen und abgefangenen SMS.

Vorteile

  • Benutzerfreundlich – Fast jeder besitzt ein Mobiltelefon, kein zusätzliches Gerät nötig.
  • Kein spezielles Hardware‑Token – Reduziert Beschaffungs‑ und Wartungskosten.
  • Flexibel – Funktionsfähig auf allen Smartphones und sogar Feature‑Phones.
 

Risiken und Schwachstellen

Risiko
Ursache
Gegenmaßnahme
SIM‑Swap‑Fraud
Angreifer übernehmen die Mobilfunknummer beim Anbieter.
Zusatz‑Verifikation beim Anbieter, Nutzung von 2‑FA‑Methoden, die nicht ausschließlich SMS nutzen (z. B. Authenticator‑Apps, Push‑Benachrichtigungen).
SMS‑Abfangen
Schwache Mobilfunknetz‑Sicherheit, Malware, SS7‑Angriffe.
Wechsel zu App‑basierten TAN‑Generatoren (TOTP), Nutzung von OTP‑Push‑Lösungen.
Man‑in‑the‑Middle (SMS‑Relay)
Angreifer leiten SMS über manipulierte Netzwerke um.
Verschlüsselte Transportkanäle (z. B. Signal‑App), Sicherheit auf Mobilnetz‑Seite verbessern.
Verzögerungen
Netzwerk‑Latenz, überlastete SMS‑Gateways.
Alternativ‑Optionen (z. B. E‑Mail‑TAN, Telefon‑Callback).

Alternativen zu mTAN

Alternative
Beschreibung
pushTAN / Mobile‑App‑TAN
TAN wird über eine Banking‑App per Push‑Notification gesendet, oft mit zusätzlicher Finger‑/Face‑ID.
TOTP‑Generator
Zeitbasierte Einmal‑Passwörter (z. B. Google Authenticator, Authy).
Hardware‑Token (z. B. Secure Key)
Physisches Gerät erzeugt TANs, unabhängig vom Mobilfunknetz.
Chip‑TAN (iTAN)
TAN‑Generator, der über das TAN‑Verfahren des Kontos (z. B. iTAN‑Verfahren) die TAN berechnet.
FIDO‑U2F / WebAuthn
Kryptografische Schlüssel, die mittels USB‑ oder NFC‑Token (z. B. YubiKey) authentifiziert werden.

Best‑Practice‑Empfehlungen für Banken

  1. Mehrschichtige Sicherheit – mTAN nur als Teil einer mehrstufigen Authentifizierung (Kombination mit Passwort, Biometrie, Hardware‑Token).
  2. Erkennung von ungewöhnlichen Mustern – Echtzeit‑Analyse von Transaktions‑ und Versand‑Verhalten (z. B. mehrere mTAN‑Anfragen in kurzer Zeit).
  3. Benutzeraufklärung – Aufklärung über SIM‑Swap‑Risiken und Hinweise, keine mTAN‑Codes an Dritte weiterzugeben.
  4. Fallback‑Verfahren – Sicheres alternatives Verfahren (z. B. Telefon‑Callback) bereitstellen, wenn SMS nicht zugestellt werden kann.