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Hoax

Hoax

 

Ein Hoax (englisch „Schwindel“, „Täuschung“) ist eine absichtliche, meist irreführende Information, die verbreitet wird, um Empfänger zu täuschen, zu beunruhigen, zum Lachen zu bringen oder Aufmerksamkeit zu erlangen. Hoaxes können in Form von E‑Mails, Meldungen in sozialen Medien, Nachrichtenartikeln, Videos oder fälschlich als offizielle Warnungen auftretende Mitteilungen auftreten. Sie unterscheiden sich von klassischen „Fakten“ dadurch, dass ihr Wahrheitsgehalt entweder völlig erfunden oder stark übertrieben ist.

 

1. Typische Merkmale

  • Alarmierende Sprache: Dringende Aufforderungen, sofort zu handeln (z. B. „Ihr Computer ist mit einem Virus infiziert!“, „Plötzlich wird das Internet morgen abgeschaltet.“).
  • Vorgeben von Autorität: Behauptungen, von Behörden, Unternehmen oder Experten zu stammen (falsche Logos, offizielle E‑Mail‑Absender).
  • Ketten‑Mechanik: Aufforderung, die Nachricht an weitere Personen weiterzuleiten („Teile diese Warnung, sonst…“).
  • Mangel an Quellen: Keine verifizierbaren Belege, Verweise auf anonyme oder nicht nachprüfbare Quellen.
  • Emotionale Trigger: Angst, Wut, Humor oder Neugier, um die Weiterverbreitung zu beschleunigen.
 

2. Varianten

  • Virus‑/Malware‑Hoax: Warnungen vor nicht existierenden Computerviren, die angeblich Dateien zerstören.
  • Sicherheits‑Hoax: Falschmeldungen über angebliche staatliche Überwachungsprogramme, Phishing‑Kampagnen oder Sicherheitslücken.
  • Produkt‑Hoax: Gerüchte über nicht reale Produkte, Sonderaktionen oder Gewinnspiele.
  • Gesundheits‑Hoax: Falschinformationen zu Impfungen, Medikamenten, Heilmethoden (z. B.. „Trink 10 L Wasser pro Tag, um das Coronavirus zu heilen“).
  • Politischer Hoax: Falschmeldungen, die darauf abzielen, das Bild von Personen, Parteien oder Ereignissen zu manipulieren.
 

3. Verbreitungskanäle

  • E‑Mail‑Ketten – Oft mit Anhang oder Link zu einer angeblichen Sicherheitssoftware.
  • Soziale Medien – Posts, Stories, geteilte Screenshots, Memes.
  • Instant‑Messaging – WhatsApp‑, Telegram‑ oder Discord‑Nachrichten, häufig mit Dringlichkeits‑Tag (z. B. „⚠️“).
  • Web‑Foren & Kommentarbereiche – Diskussionen, in denen die Hoax‑Behauptungen weitergesponnen werden.
 

4. Auswirkungen

  • Verlust von Zeit & Ressourcen: Nutzer prüfen, reagieren oder führen unnötige Aktionen aus.
  • Vertrauensverlust: Zweifel an legitimen Informationen, wenn viele Hoaxes zirkulieren.
  • Sicherheitsrisiken: Manche Hoaxes enthalten Links zu Malware oder Phishing‑Seiten.
  • Panik oder Aufruhr: Besonders bei politischen oder gesundheitlichen Hoaxes.
 

5. Erkennungs‑ und Abwehrmaßnahmen

  • Quellen‑Check: Offizielle Stellen (z. B.. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – BSI) konsultieren.
  • Fact‑Checking‑Websites: Snopes, Mimikama, Correctiv, AFP‑Fact‑Check.
  • Technische Analyse: URL‑ und Link‑Prüfung (Whois, VirusTotal), Dateianhänge in Sandbox ausführen.
  • Bild‑ und Metadaten‑Analyse: EXIF‑Daten prüfen, um Bildmanipulation zu erkennen.
  • Sensibilisierung: Aufklärung über typische Hoax‑Muster (z. B.. „Ketten‑E‑Mails“, „Dringlichkeit“).
 

6. Rechtlicher Rahmen

  • Strafrechtliche Aspekte: In vielen Ländern kann das Verbreiten falscher Informationen bei vorsätzlicher Täuschung, Rufschädigung oder Geldverlust als Betrug (§ 263 StGB in Deutschland) geahndet werden.
  • Datenschutz: Das Sammeln und Weitergeben personenbezogener Daten im Rahmen eines Hoaxes kann gegen DSGVO‑Bestimmungen verstoßen.