Hotspot
Ein Hotspot ist ein physikalischer Ort, an dem ein drahtloses Netzwerk (meist Wi‑Fi) öffentlich oder für einen definierten Nutzerkreis zugänglich ist. Er besteht aus einem Access‑Point (AP) – einer Funk‑Sende‑/Empfangseinheit – der über ein kabelgebundenes Netzwerk (Ethernet, Glasfaser) mit dem Internet oder einem Intranet verbunden ist. Nutzer können mit WLAN‑fähigen Geräten (Smartphones, Laptops, Tablets) eine Funkverbindung herstellen und erhalten Netzwerk‑ und Internetzugriff, oft nach Authentifizierung (Passwort, Captive‑Portal) oder auf einer offenen Basis.
1. Technische Komponenten
- Access‑Point (AP): Drahtlos‑Router, der das Funksignal im IEEE 802.11‑Standard (a/b/g/n/ac/ax) aussendet.
- Back‑haul: Kabelgebundene Verbindung zum ISP (Internet Service Provider) über Ethernet, Glasfaser oder LTE/5G‑Backhaul.
- Controller (optional): Zentrales Management bei mehreren APs (WLAN‑Controller, Cloud‑Management‑Plattform).
- Power‑over‑Ethernet (PoE): Versorgung des AP über das Ethernet‑Kabel, reduziert Kabelaufwand.
2. Betriebsmodi
- Offener Hotspot: Keine Authentifizierung, frei nutzbar (z. B. öffentliche Bibliotheken, Cafés).
- Geschützter Hotspot: Passwort (WPA‑PSK), Enterprise‑Authentifizierung (802.1X, RADIUS), Captive‑Portal (Web‑Login).
- Mobiler Hotspot: Persönlicher Hotspot, erzeugt durch ein Smartphone oder einen mobilen Router über Mobilfunk (4G/5G).
- Hotspot‑as‑a‑Service: Betreiber (z. B. Telekom, Vodafone) bieten Hotspot‑Lösungen für Unternehmen, Events oder Städte an.
3. Sicherheitsaspekte
- Verschlüsselung: WPA2‑Personal (PSK) oder WPA3 (SAE) für private Hotspots, WPA2‑Enterprise (802.1X) für Unternehmensnetzwerke.
- Captive‑Portal‑Strippen: Nutzer werden auf eine Anmeldeseite umgeleitet; kann Phishing‑Risiken bergen.
- Honeypot‑Hotspots: Absichtliche Platzierung zum Aufzeichnen von Angriffen und Analyse von Angreifern.
- Traffic‑Monitoring: IDS/IPS, Deep‑Packet‑Inspection (DPI) zur Erkennung von Malware, Botnet‑Traffic.
- Isolation: VLAN‑Segmentierung pro Nutzer, Client‑Isolation (AP‑Isolierung) verhindert LAN‑Angriffe.
4. Einsatzbereiche
- Öffentliche Räume: Flughäfen, Bahnhöfe, Parks, Stadtzentren – Förderung digitaler Teilhabe.
- Gastronomie & Einzelhandel: Kundenbindung, Werbung, Datenerhebung (Wi‑Fi‑Analytics).
- Unternehmen: Gäste‑WLAN, Besucher‑Netz, interne Mobilität.
- Events: Konferenzen, Messen, Festivals – temporäre Netzabdeckung für tausende Nutzer.
- Bildung: Schulen, Universitäten – Lernplattform‑Zugang.
5. Performance‑Faktoren
- Bandbreite: Aggregierte Back‑haul‑Kapazität (z. B. 1 Gbps‑Anbindung für große Hotspots).
- Kanal‑Planung: Nutzung von 2,4 GHz‑ (breitere Reichweite) und 5 GHz‑ (höhere Datenrate) Frequenzbändern, später 6 GHz (Wi‑Fi 6E).
- Benutzer‑Dichte: Anzahl gleichzeitiger Clients pro AP (typisch 20‑50 bei 2,4 GHz, 50‑100 bei 5 GHz).
- QoS (Quality of Service): Priorisierung von Sprach‑/Video‑Traffic (WMM).
6. Rechtliche Rahmenbedingungen (EU/DE)
- Telekommunikations‑Telemedien‑Datenschutz‑Gesetz (TTDSG): Aufklärungspflicht über Datenerhebung, Einwilligung für Cookies.
- DSGVO: Personenbezogene Daten (Nutzungs‑Logs, MAC‑Adressen) müssen rechtmäßig verarbeitet werden.
- Impressumspflicht: Betreiber von öffentlichen Hotspots müssen Anbieter‑Informationen bereitstellen (z. B. Impressum auf Captive‑Portal).

