IPv6 / IPv4
IPv4 (Internet Protocol Version 4) ist die vierte Version des Internet‑Protokolls und seit den 1980er Jahren der Grundstandard für die Adressierung im Internet. Es verwendet 32 Bit lange Adressen, die in dezimaler Schreibweise als vier durch Punkte getrennte Oktette (z. B. 192.168.0.1) dargestellt werden. Durch die Begrenzung auf etwa 4,3 Milliarden eindeutiger Adressen ist IPv4 heute knapp, was zu Problemen wie Adress‑Knappheit und dem verstärkten Einsatz von NAT (Network Address Translation) führt.
IPv6 (Internet Protocol Version 6) ist die Nachfolgeversion, die 1998 definiert wurde, um die Begrenzungen von IPv4 zu überwinden. IPv6 nutzt 128 Bit lange Adressen, dargestellt in hexadezimaler Schreibweise und durch Doppelpunkte getrennt (z. B. 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334). Das ermöglicht theoretisch ≈ 3,4 × 10³⁸ einzigartige Adressen – praktisch unbegrenzt für die aktuelle und zukünftige Nutzung. IPv6 integriert mehrere Verbesserungen:
- Integriertes Stateless Address Autoconfiguration (SLAAC) – Geräte können ihre Adresse selbständig aus dem Netzwerkprefix ableiten, ohne DHCP.
- Vereinfachtes Routing – kleinere Routing‑Tabellen dank hierarchischer Adresszuweisung.
- Eingebaute Sicherheitsfunktionen – IPsec ist mandatory (obwohl nicht zwingend aktiviert).
- Keine Notwendigkeit für NAT – jedes Gerät erhält eine globale, eindeutige Adresse, was Peer‑to‑Peer‑Kommunikation und End‑zu‑End‑Sicherheit erleichtert.
Übergangsmechanismen
Da das globale Netzwerk noch überwiegend IPv4 nutzt, kommen verschiedene Techniken zum Einsatz, um die Koexistenz zu ermöglichen:
- Dual‑Stack – Geräte und Netzwerke unterstützen gleichzeitig IPv4 und IPv6.
- Tunneling (z. B. 6to4, Teredo) – IPv6‑Pakete werden innerhalb von IPv4‑Paketen transportiert.
- Translation (NAT64/DNS64) – IPv6‑Clients können IPv4‑Server erreichen und umgekehrt.
Praktische Auswirkungen
- Bessere Skalierbarkeit für das wachsende Internet‑der‑Dinge (IoT).
- Direktere Verbindungen ohne NAT‑Barrieren, was Anwendungen wie VoIP, Online‑Gaming und Cloud‑Services verbessert.
- Erhöhte Sicherheit durch standardisierte IPsec‑Unterstützung.

