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Netbook

Netbook

 

Ein Netbook ist eine Kategorie von besonders kleinen, leichten und günstigen Laptops, die Ende der 2000er Jahre (ca. 2007–2012) populär waren. Der Name setzt sich aus „Network“ und „Notebook“ zusammen und spiegelt den ursprünglichen Zweck wider: primär als mobiles Gerät für Internet-Anwendungen (Surfen, E-Mails, Social Media) und einfache Büroarbeiten zu dienen, nicht für rechenintensive Aufgaben.

 

Historischer Kontext & Aufstieg

Der Boom der Netbooks wurde 2007 durch das Asus Eee PC ausgelöst. Es bot ein vollwertiges Betriebssystem (meist Linux oder Windows XP) zu einem sehr niedrigen Preis (oft unter 300–400 €) an. Daraufhin folgten schnell Modelle von Acer (Aspire One), MSI, HP und Dell. Sie füllten die Lücke zwischen teuren, schweren Laptops und den damals noch funktional eingeschränkten Smartphones/Tablets.

 

Typische Merkmale

Merkmal
Beschreibung
Bildschirmgröße
Meist zwischen 7 und 10,2 Zoll (selten bis 12 Zoll).
Auflösung
Oft niedrig (z. B. 1024 × 600 Pixel), was das Arbeiten mit modernen Webseiten heute erschwert.
Prozessor
Schwache, stromsparende CPUs (z. B. Intel Atom, VIA C7), geeignet für Textverarbeitung und Videos in niedriger Auflösung.
Arbeitsspeicher (RAM)
Anfangs 512 MB bis 1 GB, später bis 2 GB.
Speicher
Oft kleine SSDs (2–16 GB) oder langsame Festplatten (160–320 GB).
Laufwerke
Meist kein integriertes CD/DVD-Laufwerk, um Gewicht und Größe zu sparen.
Anschlüsse
Begrenzt: oft 2–3 USB-Ports, VGA, Ethernet, Kopfhörer; selten HDMI oder USB 3.0.
Betriebssystem
Ursprünglich Windows XP, später Windows 7 Starter oder Linux-Distributionen.

Gründe für den Niedergang

Ab ca. 2010/2011 verschwanden Netbooks schnell vom Markt, verdrängt durch zwei Entwicklungen:

  1. Aufstieg der Tablets: Das iPad (2010) und Android-Tablets boten eine bessere Touch-Bedienung, längere Akkulaufzeit und waren für Medienkonsum geeigneter.
  2. Evolution der Ultrabooks/Laptops: Hersteller begannen, größere Laptops (11–13 Zoll) ebenfalls sehr dünn, leicht und erschwinglich zu bauen (z. B. MacBook Air, Chromebooks), die deutlich mehr Leistung boten.
    Intel stellte die Produktion der typischen Atom-Prozessoren für Netbooks ein, und Microsoft verbot mit Windows 8 die Lizenzierung für Geräte mit zu kleinen Bildschirmen in dieser Klasse.
 

Netbook vs. Chromebook

Während das klassische Netbook ausstarb, lebt das Konzept im Chromebook weiter. Chromebooks sind ebenfalls oft klein, günstig und auf Internet-Anwendungen fokussiert, nutzen aber das moderne ChromeOS, schnellere Prozessoren und bessere Bildschirme. Sie gelten als die spirituellen Nachfolger der Netbooks.

 

Heutige Nutzung

Gebrauchte Netbooks sind heute meist nur noch für sehr spezifische Zwecke geeignet:

  • Leichtgewichtige Linux-Systeme: Installation von speziellen, ressourcenschonenden Linux-Distributionen (z. B. Lubuntu, Puppy Linux) für einfaches Surfen oder Textverarbeitung.
  • Retro-Gaming: Aufgrund der schwachen Hardware eignen sie sich gut für Emulatoren alter Konsolen (bis ca. 16-Bit-Ära).
  • Dedizierte Steuerung: Als fest installierte Steuerung für 3D-Drucker, Server-Monitoring oder digitale Bilderrahmen.
  • Schreibmaschine: Für ablenkungsfreies Schreiben aufgrund der kleinen Tastatur und begrenzten Multitasking-Fähigkeiten.
 

Für den modernen Alltag (HD-Video-Streaming, komplexes Surfen mit vielen Tabs, Videokonferenzen) sind Netbooks aufgrund ihrer veralteten Hardware und Software nicht mehr empfehlenswert.